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Waedi Gysi: DU

BERNER FILMMUSIKPREIS - October 6, 2007

Wädi Gysi erhält den BERNER FILMMUSIKPREIS 2007!!!!

Die Preisverleihung findet am 24. Oktober 2007 in der Dampzentrale Bern statt.

5 Fragen an Wädi Gysi - May 16, 2007

Zieht es Sie deshalb musikalisch in den Süden, weil sich hier der Winter wieder zurück meldet?

Endlich mal richtig Sommer. Ja, das wärs. Ich schaue jeden Tag den Umschlag unserer neuen CD 'Picking up the pieces' an als sei er ein Ferienkatalog. Dann sage ich mir jeweils: Gysi, jetzt musst du wieder mal Pause machen und dir so richtig Zeit nehmen zum Gitarre spielen. Als Bergler zieht es einen immer ans Meer aber sobald ich dort bin, will ich wieder zurück.

Wie kommt es, dass Ihnen bei der Reise ans Meer gleich eine ganze Reihe bekannter Berner Musiker folgt?

Büne Huber ist ein guter Freund, mit dem ich einen steten Austausch pflege. Mich Gerber ist ein alter Kollege. Ich habe immer gewusst, dass ich Mich als Bassisten will, der kann nämlich sogar Pausen spielen. Und Andi Hug ist einfach super. Ich bewege mich da sozusagen in der Weltklasse.

Auf «Picking up the Pieces», dem aktuellen Album ihres Duos Tonight & Only, mischen Sie munter Sprachen und Musikstile. An welchen roten Faden haben Sie sich bei der Produktion gehalten?

Die CD heisst ja deshalb so, weil es eben keinen roten Faden im eigentlichen Sinn gibt, sondern aus vielen Stücken besteht, die wir nun zusammengewürfelt haben. Ich mag so viele verschiedene Musikstile und kann mich nicht auf einen einzelnen festlegen. Wenn es unbedingt ein Etikett sein muss, dann vielleicht Singer-Songwriter World Pop. Angefangen hatte alles mit einem Haufen Skizzen. Dann ging ich zusammen mit Michael Morris, der zweiten Hälfte von Tonight & Only, nach Vals in ein Höhentrainigslager. Das hat uns sehr gut getan. Dort zeigten die Songs allmählich ihr Gesicht.

Auf dem neuen Album stellen Sie ihre Mundart-Liedermacherqualitäten unter Beweis. Tritt Wädi Gysi auf die alten Tage hin in die Fusstapfen von Linard Bardill und Walter Lietha?

Wer weiss, schliesslich war Walter Lietha mein erster Gitarrenlehrer. Eine aufwändige Angelegenheit war das. Eine Stunde mit dem Zug von Arosa nach Chur, Dreiviertelstunden Unterricht und wieder eine Stunde zurück. Dank Lietha habe ich auch das Flair für südamerikanische Klänge entwickelt. Gesanglich reizt mich heute speziell die französische und italienische Sprache, da fühle ich mich richtig wohl. Früher durfte ich höchstens im Hintergrund mitsinge, nun taste mich an den Sologesang heran. Besonders lässig finde ich es mit Michael Morris im Duett zu singen.

Der EHC Arosa hat sich unlängst haarscharf den Verbleib in der 1. Liga gesichert. Als ehemaliger Stürmer des Eishockeyclubs: Bewegt sie das Schicksal des Bündner Traditionsvereins heute noch?

Ich muss ehrlich sagen: Nein, inzwischen bewegt mich das nicht mehr. Spannend finde ich hingegen – und das beobachte ich durchaus mit Interesse – was aus den Söhnen meiner damaligen Mannschaftskollegen geworden ist. Der Klotener Stürmer Sven Lindemann zum Beispiel. Der trägt die Leibchennummer 55, der Jahrgang seines Vaters Guido. Und der spielt mit der genau gleichen Schlitzohrigkeit wie damals sein Vater. Verrückt.

5 Fragen an Wädi Gysi - May 14, 2007

Ihr künstlerischer Werdegang ist nicht ganz gewöhnlich: Wie wird man vom Eishockeyspieler beim EHC Arosa zum Gitarristen, der improvisierte Musik spielt?
Mittlerweile mache ich ja beides nicht mehr. Nun, mein früheres Leben war ziemlich gespalten: Tagsüber war ich beim Eishockey-Training, nachts spielte ich Gitarre. Mit der Zeit jedoch zog es mich mehr zur Musik hin – es schien mir zu einfach, ein Goal zu schiessen und dann eine Woche davon zu leben.

Als Sie sich von der improvisierten Musik abwendeten, begründeten Sie dies damit, dass Sie näher bei den Leuten musizieren wollten. Was genau hiess das für Sie?
Improvisierte Musik hat etwas sehr Introvertiertes. Und im Grunde bin ich eine Rampensau: Ich merkte, dass ich ich die Musik nicht neu erfinden wollte, sondern den Leuten ganz einfach eine Freude machen möchte, sie unterhalten; dies kann man nicht, wenn man sie vor musikalische Rätsel stellt.

Ist Ihnen das gelungen?
Ich denke schon; bei einem bestimmten Lied singt das Publikum sogar regelmässig mit. Wir spielen auch mit Unterhaltungselementen: Mein Partner Michael Morris, ein überaus höflicher Engländer, übernimmt oft den Part des Präsentators. Wir haben auch immer eine fiktive Band mit dabei, fünf Leute, mit denen wir beispielsweise ans Weihnachtsessen gehen etc. Dieser Scherz ist eigentlich gar nicht so weit hergeholt. Da ich viel Live-Sampling mache, klingen wir oft wie eine grosse Band.

Sie nennen Ihre Musik World Pop. Welche musikalischen Welten verbinden Sie?
Wir haben Britpop-Elemente sowie arabische und lateinamerikanische Einflüsse, bedingt auch durch die Instrumentierung: Michael spielt häufig auf dem Cajon. Ich mag authentische Folklore, auch wenn wir natürlich niemals dieselbe Stringenz erreichen wie jemand, der aus der entsprechenden Kultur kommt. Aber ich finde, man darf sich fremde Musik aneignen, wenn man sie mag.

Spielt Improvisation noch eine Rolle bei Tonight & Only?
Natürlich entstehen die Kompositionen daraus, und auf der Bühne improvisieren wir schon mal über eine bestimmte Struktur. Völlig frei improvisieren wir aber nur, wenn wir ganz komisch drauf sind. (reg)

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